Wie entstanden die olympischen Spiele?

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Seit über einem Jahrhundert sind die Olympischen Spiele alle vier Jahre, ausgenommen die Zeit der Weltkriege, das Highlight in der Sportwelt. Olympionike oder sogar Olympischer Sieger zu sein, ist in den meisten Sportarten von nicht zu übertreffender Prestigeträchtigkeit.

Die Ursprünge dieses sportiven Gipfeltreffens knüpfen an antike Vorläuferveranstaltungen mit vergleichbar hohem Ansehen an.

Die Olympischen Spiele gehen auf die von den alten Griechen zu Ehren ihrer Götter veranstalteten “Panhellenischen Spiele” zurück. Im Vierjahrestakt (“Olympiade”) wurden die wichtigsten dieser panhellenischen Wettkämpfe, die im westgriechischen Ort Olympia gefeierten Olympischen Spiele, ausgetragen. Bis 393 nach Christi Geburt trafen sich hier im Heiligen Hain Athleten aus ganz Hellas, um ihre Kräfte zu messen. War der Wettstreit, bei dem dem Sieger ein Olivenlaubkranz und lebenslanger Ruhm winkte, zunächst lediglich auf einen Stadion-Kurzstreckenlauf beschränkt, kamen später weitere Disziplinen wie Langlauf, Fünfkampf und Pferderennen hinzu.

Das Treffen im befriedeten olympischen Bezirk war aber nicht nur ein sportliches und kultisches Großereignis, sondern auch ein Symbol für das Verbindende der im politischen Alltagsgeschäft ständig miteinander rivalisierenden griechischen Stadtstaaten Athen, Sparta & Co.

Waren die antiken Spiele in Olympia ausdrücklich auf Griechen beschränkt und dienten damit als Abgrenzungsforum zu anderen, als “Barbaren” bezeichneten Ethnien, so war die vom französischen Baron Pierre de Coubertin (1863-1937) entwickelte Idee vom modernen Olympia global-völkerverbindend. Coubertin wollte hochklassige, seiner Meinung nach auf männliche Einzelathleten zu beschränkende, Sportwettbewerbe nach dem Motto “Schneller, Höher, Stärker” als friedliche Ersatz-Schlachtfelder im Sinne der Völkerverständigung schaffen. Auf dem von ihm initiierten ersten Olympischen Kongress (Paris 1894) gelang es ihm, die Olympische Bewegung zu gründen. Die ersten Olympischen Spiele sollten in Athen stattfinden und tatsächlich gelang es dem Organisationskomitee unter der Leitung von Coubertin und dem griechischen Kronprinzen Konstantin (1868-1923), die Spiele vom 6. bis zum 15.4.1896 im Athener Panathinaikon-Stadion mit 241 Athleten in neun Sportarten erfolgreich und mit enormer Nachhaltigkeit durchzuführen.